Scroller

Bergaufschwimmen zur letzten Schleuse (16.08.2014)

RTW 2012 Diary / Posted by Christian Gartmann / Saturday, 16. August 2014

Der Lärm eines Platzregens auf dem Dach des Wohnmobils macht die Mannschaft früh hellwach. Das Wetter reisst aber rasch auf und zeigt sich zum Startzeitpunkt freundlich. Nun ist es windstill und Ernst kommt gut voran, obwohl er fast keine Strömung nutzen kann.

Nur fünf Kilometer nach dem Frühstück wartet die erste Schleuse – von weitem schon sind die Betonbauten der Stauwehre in der topfebenen, sattgrünen Landschaft zu sehen.

Schleusen sind für Schwimmer nichts Gutes: Kilometer vor und nach den Toren ist das Schwimmen aus Sicherheitsgründen verboten. Nach dem Wiedereinstieg saugen sie Ernst bergwärts – mit mühsamer Ausdauerarbeit befreit er sich Meter um Meter aus ihrer destruktiven Anziehungskraft.

Nach insgesamt sechs Stunden im Wasser und 30 Kilometern ist am Abend die Schleuse Hagestein dann doch erreicht – die letzte Schleuse der langen Expedition durch Europa an die Nordsee.

Den heutigen Abschnitt musste sich Ernst erneut besonders hart verdienen: Ab Mittag war Wind aufgekommen, zuerst zaghaft, dann immer stärker. Gegen Abend kämpfte Ernst in hohen Wellen gegen Westwind mit Stärke fünf! Es war, wie wenn er bergauf schwimmen müsste.

Den Humor hat er deshalb aber nicht verloren: Mit einem Augenzwinkern twittert er am Abend an «künftige Generationen von Rheinschwimmern» von den harten Tagen im Gegenwind. Ab morgen sind wir im Rheindelta – und damit den Gezeiten ausgesetzt. Aber das ist ein anderes Thema...

Auf dem kleinen, einfachen Campingplatz treffen wir Landarbeiter aus Osteuropa. Ein Rumäne heisst uns willkommen und beschenkt uns mit zwei Kilo frischen Himbeeren. Danke! Bumesc!

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